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Für den Sommer gewappnet

Die vergangenen, von Hitze und Trockenheit geprägten Sommer, stellten die Natur und den Menschen vor große Herausforderungen. Insbesondere die Einsatzkräfte der Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen kamen bei zahlreichen, der extremen Trockenheit geschuldeten, Vegetationsbränden ordentlich ins Schwitzen, bis hin, an ihre Belastungsgrenze.

 

Spätestens der große Waldbrand bei Frohnsdorf, im August 2018, machte deutlich, dass die Ausstattung der Feuerwehren der Stadt Treuenbrietzen in einigen Punkten verbessert werden muss. Insbesondere die Anschaffung eines, für die Vegetationsbrandbekämpfung konzipierten, Tanklöschfahrzeugs, ist für die waldreiche Region um Treuenbrietzen unabdingbar.

 

Die finanziell stark angeschlagene Stadt Treuenbrietzen, als örtlicher Aufgabenträger für den Brandschutz, hofft nun seit dem letzten Jahr auf die Bewilligung eines Fördermittelantrags für die Beschaffung eines solchen Sonderfahrzeugs sowie darauf, dass im Falle einer positiven Bescheidung genügend Eigenmittel im städtischen Haushalt für die Beschaffung zur Verfügung stehen.

 

Um bis zur endgültigen Entscheidung besser für bevorstehende Aufgaben der gestarteten „Waldbrandsaison“ gewappnet zu sein, hat die Stadtverwaltung Treuenbrietzen bis voraussichtlich September diesen Jahres bei der Firma Jola-Rent aus Rösrath bei Köln ein speziell für die Vegetationsbrandbekämpfung konzipiertes Tanklöschfahrzeug angemietet.

 

Der geländegängige Iveco nimmt eine Besatzung von 3 Feuerwehrangehörigen auf und verfügt über einen 8000 Liter fassenden Wasser- sowie einen 200 Liter fassenden Schaummitteltank. Ferner stehen umfangreiche Schläuche und Armaturen, speziell für die kräfteschonende und wassersparende Brandbekämpfung, in Form von „D-Material“ zur Verfügung. Außerdem wird ein 9000 Liter großer, zusätzlicher, Faltbehälter als externer Wasservorrat mitgeführt.

 

Das Tanklöschfahrzeug (TLF) ist, entgegen anderer Löschfahrzeuge im Stadtgebiet, in der Lage, eine Wasserabgabe im so genannten Pump and Roll –Verfahren, also während der Fahrt, durchzuführen. „Weil durch diese technische Möglichkeit, je nach Einsatzlage, die Besatzung das Einsatzmittel nicht mehr zwingend verlassen muss und die Brandbekämpfung vom Fahrzeug aus erfolgen kann, erhöht dies die Sicherheit der Einsatzkräfte. Außerdem sind wir nun deutlich mobiler und flexibler.“ Erklärt Stadtwehrführer Olaf Fetz, welcher das Fahrzeug Ende April nach Treuenbrietzen überführt hat.

 

Doch bevor das TLF einsatzbereit gemeldet werden konnte, mussten zunächst die Kameradinnen und Kameraden der Ortsfeuerwehr Treuenbrietzen, bei der das Fahrzeug stationiert ist, in die Technik eingewiesen werden. Weil in Anbetracht der Corona-Pandemie der Ausbildungsbetrieb der Feuerwehren ausgesetzt ist und sich sämtliche Tätigkeiten auf die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft und die Abarbeitung von Einsätzen konzentrieren, konnte dies bisher nur im begrenzten Rahmen erfolgen. So wurden getrennt in kleinen Gruppen von maximal 4 Feuerwehrangehörigen, zunächst die Führungskräfte und Maschinisten mit der neuen Technik vertraut gemacht. Letztere mussten, um die Fahreigenschaften des Iveco kennenzulernen, neben Pumpen- und Fahrzeugkunde, auch eine Geländefahrt absolvieren.

 

So konnte der Florian Mittelmark 18-25-1, wie das Fahrzeug im Funkverkehr genannt werden wird, bereits am 03. Mai bei der Regionalleitstelle in Brandenburg an der Havel einsatzbereit gemeldet werden.

 

„Das wir die Einsatzbereitschaft des TLF so schnell herstellen konnten, ist dem hohen Engagement der ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden zu verdanken, die auch am langen Feiertagswochenende um den 1. Mai herum, an den Einweisungsmaßnahmen wie selbstverständlich teilgenommen haben.“ resümiert, verbunden mit Dankesworten, der kommissarische Ortswehrführer der Ortsfeuerwehr Treuenbrietzen Christian Henkel. Er hofft den regulären Ausbildungsbetrieb in seiner Wehr schnellstmöglich wieder aufnehmen zu dürfen, um so auch die letzten Einsatzkräfte am Fahrzeug schulen zu können.

 

Foto: TLF